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Therapeutisches Klettern

Beim „Therapeutischen Klettern“ handelt es sich um eine noch junge Therapieform, die   Ende der 80er-Jahre im psychologischen Bereich ihren Anfang fand. Klettern wurde damals zur Therapie von Suchtkranken, verhaltensauffälligen Menschen sowie psychisch Kranken angewendet. Seit Anfang der 90er-Jahre wurde das Klettern als Therapie ständig weiterentwickelt und findet heutzutage auch Einsatz in der orthopädischen- und neurologischen Rehabilitation.

Bei Beschwerdebildern wie beispielsweise Wirbelsäulenverkrümmungen, rheumatischen Erkrankungen und Bandscheibenproblematiken, aber auch bei Patienten mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken oder bei postoperativen Behandlung stellen die Übungen an der Kletterwand eine hilfreiche Therapieform dar. Darüber hinaus lassen sich schmerzhafte und bewegungseingeschränkte Schultergelenke, unterschiedlichste Haltungsschäden besonders im Kindes- und Jugendalter gut behandeln.

Die Ergebnisse und Therapieerfolge, gerade auch für  Skoliose-Patienten zusätzlich zur Schroth-Therapie, sprechen für sich.

Das Training ist sehr umfangreich und wird individuell gestaltet. Das risikolose Klettern knapp über dem Boden auf der Kletterwand ist laut Ärzten längst als Form der Therapie anerkannt. Speziell bei Problemen mit dem Rücken oder dem Gelenks- und Muskelkorsett empfiehlt sich diese sehr sanfte Art des Kletterns, die auch ohne den Adrenalin-Kick auskommt. Wenn Herz und Kreislauf in Ordnung sind, ist die Gefahr gleich Null. Es ist eine Ganzkörpergymnastik, wobei Motorik, Koordination, Kreativität und Selbstvertrauen gestärkt werden. Neben den körperlichen Fortschritten muss noch erwähnt werden, dass die Klettertherapie den Kindern und Jugendlichen (aber auch den Erwachsenen) viel Spaß macht und eine bestens geeignete Abwechslung zur normalen Physiotherapie ist. In einer Gruppe mit anderen Kindern oder Jugendlichen klettern, Ängste überwinden, sich gegenseitig sichern und füreinander da sein, lässt die eigene Skoliose-Erkrankung oft ganz schnell vergessen und es fühlt sich nicht nach Therapie an.

Mit dem therapeutischen Klettern lassen sich also  „2 Fliegen mit einer Klappe schlagen“: Training für die Rückenmuskulatur, Verbesserung der physischen- und psychischen Körperhaltung, verbunden mit Spaß, Motivation und Stärkung des sozialen Miteinanders innerhalb der Gruppe.

 

Einsatzgebiete des therapeutischen Kletterns sind:

  • z.B. Skoliose- Patienten (individuelle Einrichtung der Grifffolgen)
  • Beinachsentraining (z.B. bei Knie- und Sprunggelenksverletzungen)
  • Kraftausdauertraining für Knie- und Hüftstreckmuskulatur (z.B. nach Kniegelenks- und Hüftoperationen)
  • Kraftausdauertraining der Arm- und Schultermuskulatur 
  • Verbesserung der Mobilität von Schulter-, Hüft-, Knie- und Sprunggelenken
  • Allgemeine Präventionsgymnastik
  • Allgemein sehr gut geeignet für Wirbelsäulengymnastik bei Kindern, Jugendlichen  und Erwachsenen 
  • Erarbeitung der Rumpfkontrolle

 

Das Wirkungsprinzip und die Grundgedanken sind:

  • Hoher Motivationscharakter
  • Arbeiten in geschlossenen Muskelfunktionsketten
  • Abrufen dreidimensionaler Bewegungsmuster (PNF-ähnliche Muster)
  • Arbeiten entsprechend der Stadien der motorischen Kontrolle (Mobilität, Stabilität, kontrollierte Mobilität und Geschicklichkeit) Propriozeptives Training nach Verletzung und Übung für die obere und untere Extremität (Blindklettern) Visuelle Kontrolle und Stimulus können je nach Anforderung durch die bunten Griffe eingesetzt werden
  • Ständige Körperschwerpunktkontrolle und Stabilisierung 
  • Der Widerstand für die arbeitende Muskulatur wird durch die Schwerkraft und durch das Eigengewicht des Patienten gegeben
  • Faziliation der dreidimensionalen Bewegungsmuster durch den Therapeuten und Einsatz des PNF-Konzeptes
  • Patient gewinnt Selbstvertrauen in seine körperlichen Fähigkeiten, da sowohl in Standhöhe als auch darüber hinaus gearbeitet werden kann
  • Gute Dosierung des Schwierigkeitsgrades (durch eine variable Griffmontage und Höhe)

 

Eigene Grenzen überschreiten …

Eigeninitiative ergreifen und Neue Kräfte mobilisieren …
Entscheidend ist nicht wie es DIR geht, sondern wie DU damit umgehst!

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  • Bedenken Sie bitte bei allem, was Sie hier lesen: Wir versuchen bestmögliche, fundierte und detaillierte Informationen zu allen relevanten Themen der Skoliose, Morbus Scheuermann und der Kyphose zusammenzutragen und für Sie aufzubereiten - für Betroffene und für Angehörige. Eine medizinische Beratung aber können wir damit zu keinem Zeitpunkt leisten. Haben Sie gesundheitliche Probleme, begeben Sie sich bitte zur Beratung und Behandlung zu einem Arzt oder Therapeuten Ihres Vertrauens. Unser Info-Portal mit Städte- und Suchregister soll Ihnen dabei helfen einen Ansprechpartner zu finden; in Ihrer Region, kompetent und ortsnah.