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Korrektur-Korsett

Das Chêneau-Korsett

ist nach seinem Ersterbauer Herrn Dr. J. Chêneau aus Saint Orens de Gameville, Frankreich benannt.

Die Orthese ist ein asymmetrisch gebautes Korsett, welches sich durch Druckzonen (Pelotten) und Freiräume (Expansionszonen) kennzeichnet. Die Derotation (d.h. Entdrehung des Körpers) ist mit der wichtigste Faktor des Korsetts. Eine weitere wichtige Funktion ist die dreidimensionale Aufrichtung des Körpers, d.h. auch das seitliche Profil (Sagittalebene) des Patienten wird normalisiert.

Damit das Korsett effektiv genutzt werden kann, ist ein gewisses Wachstum / Restwachstum des Körpers erforderlich. In seiner Entwicklungsgeschichte hat sich das Chêneau-Korsett bis zu seiner heutigen Variante stetig weiterentwickelt. Obwohl sich die Optik sehr verändert hat, werden immer noch die gleichen Konstruktions-Prinzipien angewandt. Zur Beurteilung der Bauweise wurde früher hauptsächlich das Röntgenbild herangezogen. Heute liegt der Schwerpunkt mehr auf dem optischen Erscheinungsbild der Patienten, d.h. die Rotation im Körper wird immer mehr herausgenommen.

 

Das Derotationsprinzip

Die im Querschnitt des Brustkorbes (A) deutlich erkennbare Verformung des Körpers wird im Chêneau-Korsett (B) durch gezielte Drücke und Freiräume wieder normalisiert.
 

Schematische Darstellung der Derotation des Körpers im Querschnitt durch den Brustkorb (Thorax):

Der skoliotische Körper wird durch die Wirkung des Korsetts – Druckzonen (rot) und Freiräume (blau) korrigiert, indem der Körper in Richtung der Freiräume wandern bzw. atmen kann (Pfeile)

Zur konservativen Skoliosetherapie gehört neben der krankengymnastischen Behandlung durch den Physiotherapeuten auch die Korsettversorgung. Eine Korsetttherapie ist ab 20° Cobb (Röntgenbild im Stehen) indiziert.

Ob es zur Korsettversorgung kommt, legt der behandelnde Orthopäde zusammen mit dem Patient /den Eltern des Patienten fest.

Im Laufe der Jahre hat sich das "Gesicht" des Cheneau-Korsettes geändert. Beweggrund für die ständige Weiterentwicklung ist eine bessere Compliance des Patienten (mehr Freiheit duch weniger Korsett) und bessere Korrekturmöglichkeiten durch den Arzt / Orthopädietechniker (verstellbare Druckzonen).

 

Versorgungsbeispiele

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